in Norwegen Mit dem Auto unterwegs

"Die kürzeste Verbindung zwischen zwei Punkten ist ..."
in Norwegen manchmal nicht möglich, dafür oft sehr schön.

Meine Motivation zu dieser Seite war, Informationen und Tipps mit Bildern auf einer Internetseite zu sammeln, die ich gern vor meiner ersten Reise nach Norwegen gehabt hätte. Vielleicht hilft sie Ihnen ja auch etwas.

 

In  jedem Fall: Gute Reise und allzeit eine sichere Fahrt!

Inhaltsübersicht

Sicherheit

Verkehrsregeln und gesetzliche Vorschriften

§

Informieren Sie sich über Verkehrs-Vorschriften in Norwegen:

Nicht nur aus Gründen der Sicherheit sollten die Verkehrsregeln beachtet werden. Norwegen ist für relativ hohe Strafmaße bekannt.


Bereifung: Winterreifen im Sommer

Schnee und Eis im Sommer sind auf norwegischen Bergpässen und Hochebenen normal (hier Ryfylke)
Schnee und Eis im Sommer sind auf norwegischen Bergpässen und Hochebenen normal (hier Ryfylke)

In Norwegen liegt bis in die Sommermonate Schnee neben und auf Pass-Straßen - die Aufnahme entstand z.B. am 30.6.2014 in Süd-Norwegen. Auch können sich Wetterbedingungen in Norwegen schnell ändern und selbst im Spätsommer für Temperaturen knapp über dem Gefrierpunkt sorgen, z.B. im Norden Norwegens.

 

Winterreifen können also für Fahrzeuge mit bis zu 3,5 Tonnen bereits in Randmonaten des Sommers oder auch im Sommer sinnvoll sein. Man sollte in jedem Fall dafür sorgen, dass man Reifen mit ausreichender Profiltiefe hat; hier gibt es auch gesetzliche Vorschriften (Details hier).

Falls Sie nicht im Sommer unterwegs sind oder sogar bewusst kalte Regionen besuchen wollen, empfiehlt es sich evtl. sogar Schneeketten mitzunehmen (teils gesetzlich vorgeschrieben).


Das Unerwartete erwarten

Klingt einfach, doch ist es real vor Ort nicht immer: Bleiben Sie aufmerksam, lassen Sie sich nicht zu sehr von der schönen Natur ablenken und erwarten Sie häufiger das Unerwartete als Zuhause.

 

Nicht nur Tiere auf der Straße, sondern auch auf die Scheibe wehende Gischt von einem Wasserfall sind typisch norwegische Abwechslungen. Zudem kommt es auf norwegischen Straßen auch zu Engstellen, an denen insbesondere in Kurven besondere Vorsicht geboten ist. Auch mit Steinschlag ist vermehrt zu rechnen. Nicht zuletzt gibt es auch plötzlich und teilweise stark bremsende Touristen, die ein Foto-Motiv entdeckt haben. Manchmal ist man es vielleicht auch selbt, weil man ein schönes Motiv im Rückspiegel erkannt hat.


Ermüdung erkennen und Pausen machen

Es ist etwas anderes, zwei Stunden deutsche Autobahn oder zwei Stunden Bergstraßen und Tunnel in Norwegen zu fahren. Letzteres kann außerordentlich intensiv und anstrengend sein: geistig und körperlich. Auch die Herausforderungen sind andere als auf vielen deutschen Straßen, z.B. Fahren am Abgrund oder auf Serpentinen.

 

Es ist sinnvoll, auch auf die Uhrzeit zu achten, denn im Sommer ist es in Norwegen bei gleicher Helligkeit am Abend viel später als in Deutschland. Dies kann zu Fehleinschätzung und Belastung führen.

 

Zur Erholung bieten sich Pausen an. Dafür wurden in Norwegen nicht nur zahlreiche, sondern meist auch schöne Rastplätze mit Ausblick geschaffen. Ebenso bieten Fähren eine Möglichkeit der Abwechslung und Erholung. Daher ist bei der Tourenplanung zu empfehlen, solche Gelegenheiten zur Pause gleich mit einzuplanen.


Vorsicht vor Geräuschlosen Elektro-Fahrzeugen: Erst sehen, dann gehen

Nicht nur ein Thema für Norwegen, doch insbesondere dort wegen der hohen Zulassungszahlen für Fahrzeuge mit Elektroantrieb:
Denken Sie daran, dass elektrisch betriebene Fahrzeuge häufig nicht zu hören sind. Weisen Sie auch mitreisende Kinder darauf hin, "erst zu sehen, dann zu gehen".

Planung von Touren und Strecken in Norwegen

Navigation: Aktualität, Verfügbarkeit und Präzision von Kartenmaterial

In Norwegen wird die Verkehrsinfrastruktur zügig um weitere Tunnel, Brücken und neue Straßenführungen erweitert. Dies bedeutet:

  • Gehen Sie sowohl bei physischen Karten und Reiseführern wie auch bei fest installierten Navigationssystemen in Autos davon aus, dass nicht alle neuen Wege in Norwegen eingezeichnet sind. Vertrauen Sie ggf. auf die Ausschilderung und testen den Weg ein paar Kilometer.
  • Bei Verwendung von Online-Navigation wie Here oder Google Maps bedenken Sie bitte, dass nicht überall Mobilfunknetz und GPS verfügbar ist. z.B. dünn besiedelte Gebiete, Tunnel, Täler oder ausgedehnte Berg-Pässe.
  • Verschiedene Navigationssysteme haben sich in Norwegen auf drei Reisen als nicht immer sehr präzise erwiesen. Dies liegt manchmal daran, dass Straßen in Serpentinen oder Schleifen sehr nah oder gar übereinander liegen.
  • Empfehlung: Verwenden Sie neben Karten und einem fest installierten Navigationssystem auch ein Navigationssystem auf einem mobilen Endgerät (Smartphone, Tablet, mobiles Navi), das Offline-Navigation ermöglicht, also Navigation ohne Mobilfunkverbindung. Diese Systeme laden Karten vorab, z.B. an Orten mit WLAN.

Norwegen ist ein Land großer Distanzen ...

Karte von www.mylifeelsewhere.com
Karte von www.mylifeelsewhere.com

Obwohl Deutschland ca. 10 Prozent mehr Landesfläche als Norwegen hat, braucht man in Norwegen von Nord nach Süd fahrend die dreifache Strecke (ca. 2.700 km). Lassen Sie sich also von Distanzen in Landkarten nicht täuschen.

Echter Straßenverlauf der Route Hardangervidda Rv7 am Wasserfall Vøringsfossen Richtung Eidfjord
Straßenverlauf der Route Hardangervidda Rv7 am Wasserfall Vøringsfossen Richtung Eidfjord

Die real zu fahrende Strecke ist in Norwegen meist deutlich länger als die reine Luftlinien-Distanz. Berge, Fjorde und Seen erfordern meist lange Strecken der Umfahrung, insbesondere im Fjordland und entlang der inselreichen Küste.


... und moderaten Vorankommens mit dem Auto

Planen Sie Touren und das Erreichen von Entfernungen zurückhaltend, da Sie vielleicht mit einer geringeren als der geplanten Geschwindigkeit vorankommen. Auf norwegischen Landstraßen gilt zwar ein generelles Tempolimit von 80 km/h; für Ortschaften gilt meist Tempo 50 oder 30 km/h. Man sollte dies aber nicht als Durchschnittsgeschwindigkeit erwarten, denn Engstellen, Witterungsverhältnisse, unübersichtliche Kurven, Gegenverkehr, schöne Aussichten und weiteres können das Vorankommen in Norwegen deutlich verlangsamen. Auch mit Fähren auf der Strecke kann es zu Verzögerungen kommen.

 

Tipp: Man muss nicht immer einen Plan haben. Lassen Sie sich durch den Tag treiben und überlegen am Nachmittag wo Sie übernachten wollen.

Fahren in Norwegen

Aktuelle Verkehrsinformation: Sperrungen und Baustellen

Information über die aktuelle Verkehrssituation kann man hier (norwegisch) einsehen.

  • In Norwegen kommen witterungsbedingte Beeinträchtigungen häufiger vor als in Deutschland. Selbst in Sommermonaten kann es gelegentlich dazu kommen, dass Pass-Straßen, Brücken und Fährverbindungen vorübergehend gesperrt sind. Viele sind in den Wintermonaten dauerhaft geschlossen.
  • Wartung von Tunneln und Brücken ist oft mit Sperrung einer Fahrspur und manueller Verkehrsführung verbunden.

Wetter: Schnell wechselnde Landschafts- und Umweltbedingungen

Norwegen ist ein Land, in dem das Wetter schnell wechseln kann. Aktuelle regionale Wetterinformationen bekommt man bei Yr.no (Englisch).

 

Mit dem Fahrzeug kann unterwegs sogar lokal unterschiedliches Wetter auftreten und ebenso schnell wechseln. Ein Grund liegt im Befahren von drei verschiedenen Vegetations- und Klimazonen; in Regionen wie z.B. dem Fjordland teils mehrmals am Tag:

  • Fjord- und Meeresebene: Auf Meereshöhe. An der Küste meist für norwegische Verhältnisse mild. Im Inland mit Fjorden windgeschützt, sehr mild und warm bei Sonne.
  • Fjell-Ebene: Ungeschützte Hochebenen (bis zu 1.500 Metern), oberhalb der Baumgrenze, teils mit Schnee und Eis bedeckt. Das Wetter wirkt direkt ein: Wind kann stark und kalt sein.
  • Dazwischen: Zum Beispiel an- oder absteigende Bergstraßen, teils bewaldet und geschützt; dadurch moderate Bedingungen.

Es kann vorkommen, dass sich mit der Landschaft zwischen Tal und Berg die Umwelteinflüsse binnen Minuten sehr verändern. Auch kann das Wetter am Anfang eines Bergtunnels ein ganz anderes sein wie am Ende des Tunnels auf der anderen Seite des Bergs.

 

Tipp: Bereiten Sie sich und Kinder beim Kleiden, Fahren und Verlassen von Fahrzeugen auf wechselnde unterschiedliche Temperatur- und Windverhältnisse vor. Bei starkem Wind sollten Sie Türen vorsichtig öffnen.


Parken

So schön das Fahren in Norwegen sein kann, kann das Finden einer geeigneten und preiswerten Parkmöglichkeit mühsam sein, besonders in Städten.
Hier einige Tipps:

  • Allgemeine Regeln zum Parken in Norwegen (volle Version hier unter "Section 17") werden durch lokale Parkregeln ergänzt (gutes Beispiel Tromsø hier).
  • Vermeiden Sie unbedingt Falschparken, dazu gehören auch das Parken auf Bürgersteigen oder unerlaubt auf Behinderten-Parkplätzen. Es drohen nicht nur hohe Bußgelder, sondern auch das kostenpflichtige Abschleppen des eigenen Fahrzeugs.
  • Zum Verständnis des Parkens:
    • "Max. 2 timer" bedeutet maximal zwei Stunden.
    • In einigen Städten darf man nur auf mit Schildern ausgewiesenen Flächen öffentlich parken, also nicht wo Platz ist und es erlaubt wäre.
  • Generell sollte man sich die Preise für Parkgelegenheiten vorher genau ansehen. Es gibt einige überteuerte private Parkflächen in der Öffentlichkeit.
  • Das Parken des eigenen Fahrzeugs ist in einigen größeren Städten mangels Platz und wegen touristischer Überfüllung manchmal eine echte Herausforderung.
    • Oslo hat auf seiner Website Informationen zum Parken.
    • Bergen hat ein großes unterirdisches Parkhaus unter der Innenstadt sowie mehrere Parkhäuser. Eine Übersicht wo man zu welchem Preis parken kann, konnte ich nicht finden.
    • Tromsøs Innenstadt und Hafengebiet können beinahe als Auto-feindlich eingestuft werden. Freie Parkplätze sind hier echte Mangelware. Sogar große und neu errichtete Hotels verfügen nicht über eigene Parkplätze. Privat bewirtschaftete Parkplätze rund um Hotels im öffentlichen Straßenbild sind teils sehr teuer. Infos zum Parken in Tromsø auf Englisch.
    • Trondheim scheint eine gute Park-Balance für Autoverkehr gefunden zu haben.
  • Auch in Norwegen gilt: Schützen Sie Ihre Wertsachen und lassen Sie diese nicht offen im Fahrzeug liegen.
  • Tipp: Wenn Sie an Gefälle parken, schlagen Sie die Vorderräder in Richtung des Bordsteins oder zum Hang hin ein. So kann das Fahrzeug im Falle des versehentlichen Lösens der Handbremse nur begrenzt Schaden anrichten oder nehmen.

Tanken - besser zu früh als zu spät

Norwegen ist ein großes und dünn besiedeltes Land - besonders im Norden. Demzufolge sind auch Tankstellen weniger häufig zu finden als in Deutschland. Tanken Sie im Zweifel besser zu früh als zu spät, denn ein Liegenbleiben ohne Kraftstoff ist häufig nicht so einfach und beschwingt zu Fuß zu lösen wie damals im Werbespot einer Tankstellen-Marke.

 

Die Preise für Kraftstoff und für Lebensmittel können regional und lokal erheblich variieren. Neben Gewinnabsichten der Händler spielen vor allem Konkurrenzangebot und Lage im Land bzw. die damit verbundenen Transportkosten eine Rolle. So ist Kraftstoff häufig in größeren Häfen preiswerter als auf dem Lande.

Tiere im Straßenverkehr

Rechnen Sie immer mit plötzlich erscheinenden Tieren. Der ADAC empfiehlt nach einem Unfall, bei dem Tiere getötet oder verletzt wurden, umgehend die nächste Polizeistation zu informieren.

 

Norwegen hat fünf besondere Verkehrsschilder, um vor Tieren zu warnen:

"Elch": Sicherlich der Klassiker, bei dem alle hoffen, mal einen zu sehen, nur nicht vor dem eigenen Auto. Ab und zu ist das Schild noch mit einem Zusatz versehen, z.B. "Stor elgfare" oder "Extra stor elgfare", was auf besondere "Gefahr" hinweist.

 

Übrigens habe ich nur Elche an Straßen ohne Elch-Schild gesehen. Beeindruckende Tiere.

Es gibt in Norwegen auch kleine private Wildparks, die Kontakt zu an Menschen gewöhnte Elche anbieten, z.B. Elgtun (Website).

"Rentier": Meist in größeren Gruppen unterwegs, also Vorsicht wenn Sie nur eines sehen. Stehen gern hinter Kurven und haben eine gewisse Sturheit, wenn es um das Passieren von Straßen geht. Geduld zahlt sich aus.

 

Angeblich leben auf der Nordkap-Insel Magerøya mehr Rentiere als Menschen (3.100 Einwohner). Folgend ein Beispiel zweier Rentiere mit stolzem Geweih aus Google Earth:


"Hirsch / Rotwild": Eher im Süden Norwegens anzutreffen.

 

Im Vergleich zu Schafen und Rentieren war Rotwild eine Rarität auf meinen Reisen in Norwegen.

"Schafe": Überall in Norwegen anzutreffen, selbst im hohen Norden. Vielfach laufen diese in Großgehegen frei umher. In Straßen sind metallene Rollen zur Begrenzung der Gehege eingelassen. Diese können Sie ohne Bedenken überfahren.

 

Im Vergleich zu einigen Schafen sind die als "stur" beschriebenen Rentiere als kooperativ einzustufen. Erwarten Sie nicht, dass ein auf der Straße liegendes Schaf sich erhebt.

 

"Rind / Nutzvieh": Ein eher seltenes Schild, doch in bergigen Regionen sollte man auch mit Viehtrieb rechnen.

Bergpässe und generelles Bergauf & Bergab

Bergpässe und Hochplateaus haben ihren eigenen Reiz. Doch empfiehlt es sich ein paar Dinge zu beachten:

Generell gilt es bei Steigungen und insbesondere Gefälle, Vorsicht und Rücksicht gelten zu lassen. Zusätzlich folgende Tipps:

  • Fahren Sie bergab in einem niedrigeren Gang, um die Bremskraft des Motors zu nutzen (auch Automatik).
  • Seien Sie besonders in touristischen Regionen auf willkürlich bremsende oder in der Fahrspur haltende Fahrzeuge vorbereitet.
  • Selbst bei trockener Witterung kann die Fahrbahn durch kleine Bäche plötzlich nass oder bei Kälte auch glatt sein.
  • Hinweis: Es gibt keine gesetzlichen Vorgaben, dass bergauf fahrender Verkehr die Pflicht hat zu bremsen.
  • Beim Parken an Gefälle schlagen Sie die Vorderräder zum Bürgersteig oder zum Hang ein. So lässt sich Schaden begrenzen, falls die Handbremse sich löst.

Brücken in Norwegen

Brücken sind ebenso wie Fähren, Tunnel und Pass-Straßen die maßgeblichen Weg-Verkürzer von sonst langen Distanzen um Fjorde, Seen und Berge herum. Besonders zu beachten sind folgende Dinge:

  • Brücken können witterungsbedingt gesperrt sein. Informieren Sie sich ggf. vor Ort oder online über die Verkehrssituation (norwegisch).
  • Brücken über Fjorde können sehr windanfällig sein, z.B. die Hardangerbrücke kann Fahrer von höheren Fahrzeugen mit Wind überraschen, da sie an beiden Enden sofort in Tunnel im Berg übergeht.
  • Größere Brücken können mautpflichtig sein. Eine Übersicht mautpflichtiger Stellen in Norwegen gibt es hier.
  • Vorsicht vor wehender Gischt in der Nähe von Wasserfällen.
  • Brücken entstehen schnell neu in Norwegen: Daher kann es sein, dass älteres Kartenmaterial neue Brücken nicht zeigt.

Tunnel in Norwegen

Tunnel kommen in Norwegen häufig vor: Sie bieten nicht nur die Möglichkeit einer kurzen Verbindung, sondern auch weitgehende Unabhängigkeit von Witterungsbedingungen. Daher an dieser Stelle ein paar Infos und Hinweise rund um Tunnel in Norwegen:

  • Die Länge von Tunneln reicht von wenigen Metern nur unter Felsvorsprüngen hindurch bis zu 24,5 km (Lærdalstunnel).
  • Vor Einfahrt in einen Tunnel gibt es meist ein Hinweisschild mit Angabe des Namens und der Länge des Tunnels.
  • Zur Orientierung wie weit man ist, sind in langen Tunneln die noch verbleibenden Kilometer regelmäßig angegeben.
  • Lange Tunnel zu durchfahren ist eine Herausforderung an Aufmerksamkeit und Konzentration.
  • Einige Tunnel sind erheblich mautpflichtig, z.B. der Tunnel des Rv64 von der Route Atlanterhavsvegen nach Kristiansund. Dafür spart man ca. 40 km Strecke.
  • Wenige Tunnel weisen sogar unterirdische Kreisverkehre auf: Die beiden Tunnel der Straße 13 nördlich und südlich der Hardangerfjord-Brücke sogar jeweils einen.
  • In einigen Tunneln sind feste Geschwindigkeitskontrollen mit Blitzkästen installiert; diese sind vorab ausgeschildert.
  • Am Ende eines Tunnels sollte man auf die teils starken Wechsel der Lichtstärke vorbereitet sein, insbesondere bei tief stehender Sonne. Neuere Tunnel sind daher an ihrem Ende immer stärker werdend beleuchtet, um den Übergang weniger plötzlich für die Augen und damit sicherer zu gestalten.
  • Die Norweger sind fleißige Tunnelbauer: Es kann vorkommen, dass älteres Kartenmaterial neue Tunnel nicht enthält.

Maut in Norwegen

Beispiel für Ankündigung einer Mautstation in Norwegen
Beispiel für Ankündigung einer Mautstation in Norwegen

Verschiedene Straßen, Tunnel und Brücken in Norwegen sind mautpflichtig. Sie sind klar gekennzeichnet und können ohne anzuhalten befahren werden. Das Kennzeichen wird automatisch fotografiert und erkannt. Nach ein bis zwei Monaten erhält man dann eine Abrechnung zu den angefallenen Mautgebühren. Mautstationen sind vermehrt  in Oslo, Südnorwegen und in den verkehrsreichen Regionen zu finden. Unter bestimmten Bedingungen kann man sich vorab von der Pflicht zur Entrichtung einer Maut entbinden lassen.

 

Genauere Vorschriften und Informationen findet man auf der Autopass Website: http://www.autopass.no/de/autopass


Fähren in Norwegen

Die Nutzung von Fähren ist beim Reisen mit dem Auto durch Norwegen fast unumgänglich. Sogar viele Europastraßen sind durch Fähren unterbrochen. Hier ein paar Erläuterungen zur Nutzung:

  • In älteren Karten eingetragene Fähren können inzwischen stillgelegt oder durch eine Brücke ersetzt sein (z.B. ersetzte die Hardangerfjord-Brücke die Fähre Ulvik - Brimnes).
  • Bei markantem Wetter können Fähren evtl. gesperrt oder stark verspätet sein (Link zur aktuellen Verkehrsinformation).
  • Viele Fähren fahren meist nicht rund um die Uhr. Informieren Sie sich ggf. vorher im Internet über die Abfahrtszeiten. Beachten Sie Fahrpläne für Wochentage und Wochenenden.
  • Reihenfolge: Es wird der zuerst mitgenommen, der zuerst da war. Halten Sie sich an die Spuren. Spur 1 wird immer zuerst geleert, bevor Spur 2 verladen wird. Ausnahmen gelten für Linienbusse, öffentliche Einsatzfahrzeuge, Groß-Fahrzeuge mit Reservierung und ggf. besondere Kundenklassen.
  • Es kann bei gefragten Fährzeiten passieren, dass nicht alle Fahrzeuge mitkommen. Seien Sie daher insbesondere bei letzten Fähren eines Tages nach Möglichkeit frühzeitig da.
  • Fast alle Fähren sind kostenpflichtig: Die Zusammensetzung der Preise ist von Fähre zu Fähre verschieden. Häufig werden Fahrzeug und Personen einzeln berechnet (s. Foto-Beispiel).
  • Meist liegen die Preise für eine Überfahrt bei einem normalen Auto mit zwei Personen zwischen 100 und 150 NOK.
  • Gezahlt wird entweder vor dem Befahren der Fähre oder auf der Fähre. Bei Letzterem kann ein Mitarbeiter von Fahrzeug zu Fahrzeug gehen und gegen einen Bon kassieren; manchmal muss man auch zu einer Kasse im Schiff gehen und seine Ausfahr-Karte lösen. 
  • Einige Fähren verbieten das Verbleiben im Fahrzeug während der Fahrt. Achten Sie auf das Verhalten anderer Reisender.
  • Bei einigen Fähren erhalten Sie mit dem Zahlbeleg eine Karte mit Infos zu Sicherheitsmaßnahmen. Diese ist beim Verlassen der Fähre an das Personal wieder zurück zu geben.
  • Tipp 1: Verwenden Sie immer etwas Zeit auf einer Fähre, um mehr über die Sicherheitsmaßnahmen an Bord zu erfahren.
  • Tipp 2: Toiletten auf Fähren sind meist nicht chic, aber häufig durchaus sauber.

Hinweis: Für mehr Informationen über Fähren für die Reise mit dem Auto nach Norwegen klicken Sie bitte hier.

 

Die Hurtigruten betreiben in Norwegen eine Postschiff-Linie. Den Unterschied zwischen Fähren und Postschiffen erfahren Sie auf der Seite "Hurtigruten: Mit dem Auto aufs Postschiff".


Die Hurtigruten Postschiff-Linie

Viele der Hurtigruten-Postschiffe können nicht nur Post, Fracht und Menschen, sondern auch Autos transportieren. Trotzdem sind sie keine Autofähren. Daher unterscheidet sich eine Reise mit dem Auto auf einem Postschiff  erheblich von einer Reise mit einer normalen Autofähre.

 

Mehr über die Unterschiede zwischen Autofähre und Postschiff sowie eine kostenlose Liste zum Download mit Tipps finden Sie auf der Seite "Hurtigruten: Mit dem Auto aufs Postschiff".

 

Tipp: Man kann auch nur Streckenabschnitte buchen, so dass man im besten Fall ohne Kabine auskommt. So kann man sich einen Tag Entspannung gönnen, das Schiff für sich fahren lassen und den Luxus einer Mini-Kreuzfahrt genießen.

  • Ein bekannter Tipp ist die Süd-Strecke von Harstad nach Svolvær auf den Lofoten. Bei gutem Wetter und mit etwas Glück spendiert der Kapitän einen Ausflug in den engen Trollfjord, zu dem man nicht mit dem Auto gelangen könnte. Wenn Sie nur als Fußgänger reisen wollen, können Sie am Folgetag auch mit dem Bus binnen ca. 4 Stunden zurück nach Harstad reisen.
  • Von Honningsvåg nach Tromsø ist zwar ein langer Tag an Bord, dafür spart man 500 Kilometer Landstraße (ca. 8 Stunden).
  • Richtung Nord ist mit einer Übernachtung die Strecke von Trondheim nach Svolvær möglich. Das spart mindestens 14 Stunden Fahrt für über 800 Kilometer an Land.
  • Man kann auch als Fußgänger mitfahren und eine Tagestour machen, z.B. kann man auf der Nordstrecke zwischen 1.6. und 31.10. morgens in Ålesund zusteigen und sich über den Tag in die Fjordwelt fahren lassen. Abends steigt man in Ålesund wieder aus.

Persönliche Tipps

Die gelbe Farbe von Fahrbahnmarkierungen auf dem Vorderreifen war bald wieder weg.
Die gelbe Farbe von Fahrbahnmarkierungen auf dem Vorderreifen war bald wieder weg.
  • Fahrzeuge zur Erneuerung der Fahrbahn-Markierung sollte man mit Bedacht und selbst bei Aufforderung nicht an Stellen mit durchgezogener Mittellinie überholen. Die Indizien danach waren einfach nicht zu übersehen :-)
  • Machen Sie sich mit Verkehrsregeln und gesetzlichen Vorschriften vertraut und halten Sie diese ein (s. ganz oben).
  • Aktuelle Informationen:
    • Verwenden Sie aktuelles Kartenmaterial mit Offline-Nutzung, ggf. online wie Here oder Google Maps. Selbst Kartenmaterial von Navis neuer Fahrzeuge kann bereits neue Tunnel oder Brücken nicht enthalten.
    • Aktuelle Verkehrsinformationen helfen sehr. Daher empfehle ich bei der Tagesplanung oder bei einer Pause den Blick in die Verkehrslage.
  • Wenn Sie sich bei einer Panne freuen würden, dass jemand anhielte und Hilfe anbietet, dann tun Sie es einfach auch.
  • Entgegenkommende Busse und LKW mit norwegischem Kennzeichen sind nicht selten mit hohem Tempo und einem gesunden Selbstbewusstsein unterwegs: Im Zweifel empfiehlt es sich, an einer breiteren Stelle einfach kurz zu warten.
  • Manchmal lohnt es sich statt der Landwege Fähren und Postschiffe zu nutzen. Meist ist es zusätzlich ein besonderes Erlebnis.

Links rund ums Fahren in Norwegen

Weitere Bilder zum Fahren in Norwegen

(c) Autor: Mark König; mit ausdrücklichem Dank an Julia Weihe für wunderschöne Fotos


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